Unsere Vereinsfahrt im März 2010 ging nach Karlshagen / Usedom. Der erste Tag kam sehr verregnet daher. Aber unsere äußerst umsichtige Organisatorin hatte für den Vormittag eine Busrundfahrt gebucht. Der Inselführer war ein ehemaliger Geschichtslehrer, der viel interessante Dinge zu erzählen wusste. Wer noch nie zuvor etwas von Wernher von Braun gehört hatte, wurde in und um Peenemünde umfassend informiert und konnte eine wichtige Bildungslücke schließen.
Während der ganzen Fahrt regnete es. Zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten kreiste einige Male der Küstennebel im und um den Bus. Zur Mittagszeit waren Plätze in einer sehr gemütlichen Futterkiste bestellt. Niemand meckerte über kaltes Essen oder warmes Bier.
Anschließend hatten wir eine Stunde Zeit zu Fuß unter professioneller Führung Ahlbeck zu erkunden.
Rudi verzichtete - seine fast 90 Jahre benutzten Füße taten weh. Bei Kaffee, Schokosahnetorte und Kirschstreusel liess er sich von jungen und einem alten Mädel die Zeit vertreiben.
Bei einsetzender Dämmerung wanderten wir mit Fackeln den Strand von Karlshagen nach Trassenheide entlang. Das Hotel hatte leider nur die Hälfte der bestellten Fackeln besorgt. Darum hörte sich der Dialog beim Fackelwandern ungefähr so an: “ Willst du mal meine Fackel tragen?"- "Au ja gerne." "Die Flamme wird ja so klein!!!! Du musst die Fackel runter halten, dann brennt sie besser." "Na das ist ja blöde, dabei bekomme ich ja die ganze Glut ins Gesicht." "Da haste deine Fackel wieder." "Warum läuft denn Jacko so traurig am Wellenkamm entlang?"- "Er ist eingeschnappt, weil er glaubt, dass ich die Fackel länger trage." usw usw......
Der Hoteldirektor, der die Wanderung führen sollte, hatte die Gruppe mit forschem Schritt schon auf halber Strecke hinter sich gelassen und uns in der Dunkelheit uns selbst überlassen. In Trassenheide sahen wir in der stockdunklen Nacht endlich eine schwach beleuchtete Anhöhe. Der Strandweg zur Inselbahn. Dort angekommen wurden wir mit quietschesüßem Glühwein vom Hotelpersonal am Hotelbus empfangen. 15 Minuten später kam die Inselbahn und brachte uns vom Glühwein benebelt in unser schönes Hotel zurück. Der Legende zu Folge läuft seit diesem Abend ein verzweifelter Hoteldirektor um die Insel und sucht nach den Fackeln im Sturm.